AUF ZEHENSPITZEN GALLOPIEREN
Das Tecchler-Trio bezauberte

"...Der Name des Trios geht zurück auf das Instrument des Cellisten Maximilian Hornung, welches vom italienischen Geigenbauer David Tecchler um 1700 gebaut wurde. Hornung entlockt ihm in schier unendlichen Schattierungen einen einschmeichelnd runden und samtig-sonoren Klang, der schon für sich allein eine kleine Sensation darstellt. Im kongenialen Zusammenspiel mit Esther Hoppe (Violine) und Benjamin Engeli (Klavier) nehmen - wie schon vor einem Jahr in der Süsterkirche - die drei jungen Musiker vom ersten Ton an gefangen. Denn ihre Ausdrucksintensität und ihr Bewegungsanimato im Spiel suchen ihresgleichen.
So entzückte schon das Entree mit Ludwig van Beethovens zehn Variationen über »Ich bin der Schneider Kakadu«, jene raffinierte und komplexe Ausarbeitung über einen banalen Gassenhauer, den im 19. Jahrhundert jeder mitpfeifen konnte. Das Tecchler-Trio widmete sich diesem zwischen Banalität und Kunstanspruch changierenden Werk mit einer Haltung, die die Ideenfülle wunderbar klar zum Ausdruck brachte. Ganz egal ob dramatisch, keck oder gut gelaunt dahinstürmend, das Trio gewichtete jeden Ton einzeln und baut ihn betont in eine klar geführte Linie von Tönen ein. Dass man sich dabei abwechselnd die musikalischen Ideenbälle zuwarf, erfolgte so selbstverständlich, dass man es kam noch wahrnahm.

Noch deutlicher wird dieser perfekt aufeinander eingehende und sich wechselseitig befeuernde Musizierstil bei Felix Mendelssohn Bartholdy. Dessen Klaviertrio d-Moll zielt nicht primär auf vollkommene Gleichbehandlung der Instrumente ab. Vielmehr ist das Klavier den Streichinstrumenten gegenübergestellt. Bewegt und energetisch aufgeladen erstürmten die drei Musiker den Kopfsatz. Vibrato und Tremoli erzeugten eine ungeahnte Erregtheit, die, abgesehen vom Andante, auch in den folgenden Sätzen erhalten blieb und gefangen nahm. Der pointiert abgefederte Klavierpart begeisterte dabei ebenso wie das elektrisierende Vibrato der Streicher.

Nicht weniger aufregend und leidenschaftlich aufgeheizt servierten die drei Musiker nach der Pause Johannes Brahms' Trio Nr. 1 H-Dur (2. Fassung). Wer kann schon auf Zehenspitzen galoppieren wie es das Trio im Scherzo tat?! - um nur ein Beispiel dieses Füllhorns an interpretatorisch-spieltechnischen Einfällen zu nennen, mit denen das Ensemble sein Publikum in Atem hielt.
Zwei Zugaben zum »Runterkommen« gab's von Glinka und dem zeitgenössischen Bayrischen Komponisten Helmut Scheck."
Westfalen-Blatt, 25.3.2007


DREI DIE AM GLEICHEN STRICK ZIEHEN

"...Wer das Vergnügen hatte, am Freitagabend im Stadthofsaal Uster dem höchst inspirierten Spiel des Ensembles zu folgen, der wurde von Frische und Lebendigkeit mitgerissen. Da wurde fernab jeglicher platter Routine ungemein perfekt und lustvoll musiziert, dass das Zuhören zur reinen Freude geriet. Wunderbar, mit welch natürlichem Selbstverständnis die drei Musiker kommunizierten, wie intuitiv sie aufeinander eingingen und so, klanglich fein austariert, die leisesten Regungen hörbar machten.

...Den Rahmen des Herkömmlichen sprengt der 1962 geborene Schweizer Komponist Dieter Ammann mit seinem 2005 geschriebenen Stück «Aprés le silence». Ein Werk, das an Grenzen geht und dem, der sie überschreitet, neue Horizonte öffnet. Der Zuhörer kommt aus dem Staunen nicht heraus und vergisst dabei, dass er zwanzig Minuten lang fasziniert im Banne von Musik stand, mit der er bislang rein gar nichts anzufangen wusste. Die Ausdrucksmittel dieser Musik sind enorm. Geräuschhaftes, Schrilles, Erschütterndes, Witziges, Zerbrechliches, Zartes, Gewalttätiges und Stilles- alles hat seinen eigenen Platz, wird zu Rhythmus und Klang, löst sich aus der Erstarrung und zieht immer wieder neue Kreise. Benjamin Engeli, Esther Hoppe und Maximilian Hornung agierten, ihre Vielseitigkeit bestätigend, ebenso virtuos wie präzise und entlockten ihren Musikinstrumenten die entlegensten Klänge. Dass dabei der Bogen des Cellisten ein paar Haare lassen musste, geht aufs Konto des schonungslosen Einsatzes im Dienste der Komposition."
Zürcher Oberländer, 19.2.2007


"Eine zeitgenössische Komposition im Sandwich zwischen Beethoven und Brahms, die übliche Alibi-Übung im traditionellen Konzertbetrieb? Nicht, wenn das Tecchler Trio «Après le silence» des Schweizers Dieter Ammann vorstellt. Nach dem Stück gingen viele Musikfreunde ohne Scheu auf die Bühne, um einen Blick in die Partitur dieses Klaviertrios zu werfen.

Ein moderat präpariertes Klavier, auf dem Benjamin Engeli auch mit Schlägeln über die Tasten fährt, eine Geige und ein Cello, auf denen Esther Hoppe und Maximilian Hornung eine begeisternd farbige, schillernd neu- und fremdartige Palette von Klangmöglichkeiten herauszaubern und zusammenmixen: «Nach dem Schweigen», da entlädt sich in einer so komplizierten wie packenden, experimentellen wie hoch emotionalen Musik neue Schaffenskraft. Dichte und gleichzeitig filigran und zerbrechlich wirkende Klanginseln reiht Dieter Ammann da auf.Dieses Stück hat, obgleich anstrengende und dichte Kost, das Publikum gepackt. Weil da mit dem international immer erfolgreicheren Tecchler Trio eine Formation interpretiert, die keine Pflichtübung in Moderne oder nur genau strukturiertes Umsetzen einer höchst diffizilen Partitur abliefert, sondern sich in das Stück, seinen Rhythmus, seine Leidenschaft, seine Kämpfe mit vollem Elan, glühender Emotion, aber auch intellektueller Brillanz hineinwirft. Eine Aufführung, die Lust auf den Komponisten machte. Was will man mehr?

Dass die Tecchlers die Klaviertrios von Beethoven («Ich bin der Schneider Kakadu») und Brahms (das überarbeitete Opus 8) herrlich beherrschen, zeigten sie in so intensiven wie geistvollen Darstellungen. Beethovens Spiel mit dem Spiel, sein Pingpong mit «Störeffekten», der seltsame fahle Anfang und die manchmal fast sperrige Art des Variierens des Themas gelangen äusserst luzide und verständlich. Und bei Brahms erlebte man mit Benjamin Engeli einen Pianisten, der trotz wuchtigster Partitur die Ohren bei den Streichern hat, mithört, sich einfädelt, anregt, Motor wird.

Herrlich straff, mit sattem, aber klarem Klang, die Klangmassen zeigend wie bändigend, kam dieser Meilenstein der Klaviertrioliteratur daher, mit dem wunderbar warm und traumwandlerisch gestaltenden Cellisten Maximilian Hornung, und der durchaus einen Schuss gekonnt struktureller Kühle in diese brodelnde Musik gebende Geigerin Esther Hoppe. Klaviertrio als Hochgenuss! Bei den Tecchlers live genauso wie auf ihrer CD mit Werken von Ravel und Tschaikowsky."
St.Galler Tagblatt, 12.10.2006


"Während des ganzen Abends überzeugte der lebendige Austausch von Gesten, Phrasierungen, Themen, der elegante Führungswechsel, die ideale Klangbalance. (...) Sie beherrschen den Sturm, wie sich im dritten Satz von Felix Mendelssohn-Bartholdys Klaviertrio c-moll op. 66 aufs Schönste zeigte, die Passion fehlt ihnen gleichfalls nicht, nicht die Hingabe, nicht die innere Freiheit und nicht der Mut, wie die anspruchsvolle Gestaltung des Schlusssatzes belegte. Und Witz besitzt das Tecchler Trio sowieso; der blitzte in der frisch gestrichenen Zugabe – ein Arrangement des Schlagers „In einer kleinen Konditorei“. All diese Eigenschaften machen es höchst wahrscheinlich, dass dieses herausragende Trio sich bald selbst in den Schatten stellen wird."
Fränkischer Tag, 8.5.2006


"In den gerade mal drei Jahren ihrer gemeinsamen Arbeit haben sich die Tecchlers schon zu einem Ensemble der Spitzenklasse mit perfekter Abstimmung und Klangbalance entwickelt.(...) Jugendlich kraftvoll, scheinbar mühelos spielten die drei das dramatische c-Moll-Trio von Felix Mendelssohn. Große Gefühle, wundervoll präsentiert von einem Ensemble, das schon bald zu den führenden Kräften seines Faches zählen könnte."
Westdeutsche Zeitung, 24.4.2006


"Ihre sensible Deutung der beiden so unterschiedlichen Werke, ihre kommunikative Einigkeit im Zusammenspiel und ihre selbstverständliche technische Brillanz waren ein Genuss. Alle drei musizieren mit eher selten gewordenen Eigenschaften: Puristisch, mit Stil und Eleganz."
Davoser Zeitung, 11.4.2006


"Dem fantasievollen Spiel des Tecchler Trios zuzuhören ist ein anhaltendes Vergnügen, auch in Frank Martins Trio über irische Volksweisen mit seinem Schillernden harmonischen Reiz und seinem fadengraden rhythmischen Drive. Und problemlos wissen die drei von Martins geschärften Fraben zum warmen, massvoll ausgekosteten Sentiment in Dvoraks g-Moll-Trio zu wechseln. Präzisionsarbeit auch hier, befeuert von jugendlich temperamentvollem Selbstbewusstsein. Erstklassig.
Tages-Anzeiger, 29.3.2006


"Was im Konzert der Göttinger Kammermusikgesellschaft mit dem Tecchler Trio aus Zürich zu erleben war, reichte weit über das zu Erwartende hinaus. Das waren zwei musikalische Sternstunden mit drei exzeptionellen Musikern. Erst seit 2003 spielen sie zusammen – und es klingt, als seien sie ein eiziges Instrument. Jede kleinste Nuance ist ausgeformt, jede minimale Zeitdehnung und –raffung, jede dynamische Schattierung ist durchdacht und kongruent.
Göttinger Tageblatt, 27.3.2006


ZUM ABSCHLUSS TSCHAIKOWSKY VOM FEINSTEN

"Seit genau vier Jahrzehnten bieten die Bergsträßer Lions-Clubs bei ihren alljährlich im Herbst veranstalteten Kammermusik-Benefizkonzerten dem hochkarätigen Musikernachwuchs ein repräsentatives Podium. Premiere war am 8. November 1965. Nicht wenige von den hier vorgestellten jungen Solisten und Ensembles gehören heute zu den gefragtesten Interpreten der Klassikszene.

Auch das Jubiläumskonzert präsentierte mit dem 2003 gegründeten Züricher Tecchler-Trio (Benjamin Engeli/Klavier, Esther Hoppe/Violine, Maximilian Hornung/Violoncello) ein Ensemble, das schon bald zu den führenden Kräften seines Faches zählen dürfte. Die drei Nachwuchsmusiker sind die aktuellen Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbes und des Wiener Haydn-Kammermusikwettbewerbes.

Diese Preiswürdigkeit gerade in Sachen Haydn war in Heppenheim dank einer erfrischend brillanten und inspirierten Wiedergabe des späten C-Dur-Trios Hob. XV:27 uneingeschränkt nachzuvollziehen. Da passte wirklich alles: der zupackende Witz und Esprit in den kaum leichtfüßiger und transparenter denkbaren Ecksätzen, die fein nuancierte Gesanglichkeit im wunderbar geschmeidig fließenden Andante-Intermezzo, die genauestens abgestimmte Balance zwischen Klavier- und Streicherpart.

Sein treffsicheres Engagement für die allerneueste Moderne stellte das Tecchler-Trio anschließend mit dem Stück „Give me phoenix wings to fly“ der 1964 geborenenKelly-Marie Murphy fesselnd unter Beweis. Die Kanadierin verbindet in dem ebenso effekt- wie ausdrucksvollen Werk explosive rhythmisch-motorische Energie und suggestive Gestik zu einem ungemein farb- und spannungsintensiven Ganzen. Das Tecchler-Trio machte mit dieser hinreißend musizierten Klangdichtung nachdrücklich klar, welch substanzstarke und zugleich höchst publikumswirksamen Stücke neuerdings wieder für seine Besetzung geschrieben werden.

Tschaikowskys einziges Klaviertrio a-moll opus 50 von 1881/82 ist nicht nur eine echte Konzertsaal-Rarität, sondern vor allem musikalisch ein Ausnahmewerk in jeder Hinsicht: einzigartig in seinen bis dahin nie erreichten epischen Ausmaßen (rund fünfzig Minuten Spieldauer), einzigartig in seiner auf lediglich zwei, jeweils riesenhafte Sätze konzentrierten Form, einzigartig erst recht in seinem oft orchestral empfundenen und damit die Grenzen der Kammermusik schier sprengenden „Luxussound“. Das Tecchler-Trio wurde dem Tonfall dieses Werkes mit einer Bravour und Emphase gerecht, die sich schwerlich berauschender denken ließ. Sowohl das melodisch reich bewegte „Pezzo elegiaco“ als auch der in seinen delikat-virtuosen Details kaum je vitaler zelebrierte Variationensatz bezeugten eine stilistische Vertrautheit mit Stück und Komponist, wie man sie selbst bei russischen Trioformationen nicht ausgeprägter finden kann.

Als Zugabe erklatschte das begeisterte Heppenheimer Publikum eine Wiederholung der A-Dur-Walzervariation – das unwiderstehlich charmante Finale eines perfekten Kammermusikabends mit einem der kommenden Ensembles seiner Zukunft."
Darmstädter Echo, 11.11.2005


MIT UNBÄNDIGER ENERGIE

"Es gibt Debüt-CDs, über die man sich freut und die man sich höflich anhört. Es gibt wenige Debüt-CDs, die man mehrmals auflegt und die vollends begeistern. Zur zweiten Kategorie gehört der Erstling des jungen Tecchler Trios, das, obschon erst 2003 gegründet, sich in kürzester Zeit an den Start einer steil aussehenden Karriere spielte. Unbändigkeit ist das Wort, das einem unablässig in den Sinn kommt, wenn Esther Hoppe (Violine), Maximilian Hornung (Violoncello) und der aus einer Kreuzlinger Musikerfamilie stammende Pianist Benjamin Engeli sich an Schwierigstes und selten Gespieltes wagen.

Wer nimmt für eine Debüt-Klaviertrio-CD Werke von Tschaikowsky und Ravel auf? Kaum jemand. Wer es tut, legt sich die Latte hoch. Die drei schaffen sie spielend, haben noch Reserven frei. Unbändig, das heisst lebendig, kraftvoll, ein intensives Netz spannend. Die Emotionalität, die aus den beiden Werken in dieser Interpretation spricht, rührt nicht nur vom oft beschworenen jugendlichen Elan her, sondern scheint einer stets an die äussersten Ausdrucksbereiche vordringenden Spielhaltung zu entspringen, die in Zukunft zum festen Markenzeichen des Tecchler Trios (sie benennen sich nach dem italienischen Geigenbauer Tecchler, dessen Cello Hornung spielt) werden könnte. Tschaikowskys a-Moll-Klaviertrio, ein Requiem für Nikolai Rubinstein, hat monumentale Ausmasse. Das düstere Elegische arbeiten die Tecchlers genauso überzeugend heraus wie die pikant gesetzten Variationen. Die leidenschafltiche Verve, mit der sie hier dreiviertel Stunden füllen, zieht sich durch alle Sätze. Ravels Klaviertrio, das auf die Situation einer unterzugehenden französischen Kultur vor dem ersten Weltkrieg reagiert, ist filigraner komponiert, verlangt Sinn für aus dem Rhythmischen empfundene Klangfarbe, für Irrisierendes und Atmosphärisches. Das Tecchler Trio verbindet dies mit Leidenschaft, die bloss feinsinnig impressionistisch Empfundenem einen Schuss Kraft und Brillanz hinzugibt. Einfach hörenswert! Die drei Musiker haben bereits einige Preise gewonnen. Beim Deutschen Musikwettbewerb zum Beispiel. Der bringt ihnen vierzig Konzerte. Ende 2004 gabs den begehrten «Prix Credit Suisse». Er schliesst einen Auftritt am Lucerne Festival ein. Nächsten Dienstag, 12.15 Uhr, ist es so weit. Das Trio eröffnet in der Lukaskirche die Luzerner Debütkonzerte. «Wir wollen Musik aufregend und attraktiv erscheinen lassen», sagt die Geigerin. Das ist kein Lippenbekenntnis, die CD beweist es."
St.Galler Tagblatt, 19.8.2005


JUNGES ENSEMBLE SPIELT GROSS AUF

"Das Tecchler-Trio wurde seinem ausgezeichneten Ruf mehr als gerecht. Die Geigerin Esther Hoppe, der Cellist Maximilian Hornung und der Pianist Benjamin Engeli haben sich in den kaum zwei Jahren ihrer gemeinsamen Arbeit zu einem Ensemble der Spitzenklasse mit perfekter Abstimmung und Klangbalance entwickelt. Diese Qualitäten sind allerdings nur Mittel zum Zweck, denn im Zentrum steht immer das lebendige, spannungsgeladenen Musizieren und Gestalten.
Haydns spätes C-Dur-Klaviertrio gewährte dem Pianisten viel Auslauf. Er nutzte ihn, ohne seine Partner an die Wand zu spielen. Mit schlankem Klang brachte das Trio die Feinheiten der Musik wunderbar zu Geltung. In Kelly-Marie Murphys „Give me phoenix wings to fly“ entfaltete das Ensemble gewaltiges energetisches Potenzial und stürmte mit Feuer durch die Ecksätze.
Nach Frank Martins Trio bildete Mendelssohns c-Moll-Trio Höhepunkt und Abschluss des Konzerts. Die Tecchlers musizierten unter Hochspannung, mit gesteigertem Ausdruck und packender Dramatik. Das Dur am Ende des Finales beschloss ein Konzert, das durch seine atmosphärische Dichte restlos begeisterte und keine Wünsche offen liess."
Neue Zuger Zeitung, 9.8.2005


DENKWÜRDIGES DEBUT
Tecchler-Trio in Ludwigsburg

"Sie sind noch sehr jung, spielen erst seit knapp zwei Jahren zusammen, und doch hat ihre kraftvoll-erfrischende Musikalität bereits eine ganz eigene Art des Musizierens hervorgebracht.

Esther Hoppe (Violine), Maximilian Hornung (Violoncello) und Benjamin Engeli (Klavier) verbindet eine nicht erlahmende Neugier auf die künstlerischen Aufgaben. Deshalb sind sie auch bereit, sich ganz Neuem zu öffnen. Die drei Ebenen des Spiels - Technik, Gestaltung und Klang - waren beim Auftritt des Tecchler-Trios im Ordenssaal des Ludwigsburger Schlosses als gesunde, vibrierende, farbige Einheit zusammengefasst. Auch das Verhältnis der Kräfte untereinander, das oft genug Probleme aufwirft, sobald ein Klavier im Spiel ist, war sorgfältig austariert. Als Schweizer brachten die drei natürlich einen Frank Martin mit, gleich zu Beginn spielte das Trio bekannte irische Melodien. Das gab sich ganz balladesk, hoch engagiert, wie in leidenschaftlicher Fantasie.

Der einzige Klassiker am Abend, Beethovens op. 70 Nr. 2, wechselte zwischen entmaterialisierter Leichtigkeit und erdbehafteter tonlicher Sättigung. Das erst 1997 entstandene Trio der Kanadierin Kelly Marie Murphy "Give Me Phoenix Wings to Fly" hatte fast impressionistische Gestaltungselemente, die vital, bisweilen widerborstig wirkten, immer aber von ungebrochener Musizierlust getragen wurden. Zum Abschluss dann das im farbigen Klang ruhende Trio von Ravel, bei dem noch einmal deutlich wurde, wie weit das Prinzip der Partnerschaft bei diesem Trio zum künstlerisch durchgestalteten Einssein gelangen kann. Restlose Begeisterung und Zuneigung zu den sympathischen Künstlern - und als Zugabe eine Bearbeitung von Peter Kiesewetters "Tango pathétique"."
Stuttgarter Nachrichten, 13.6.2005




























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